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Die identifizierten Risikofelder werden auf die operative Ebene übertragen
und dort analysiert, bewertet und dokumentiert.
Auch hierbei sind die Kontrollmechanismen und Risiko-Steuerungsmaßnahmen
in den Unternehmensprozessen und der Unternehmensstruktur zu beleuchten
und auf deren Risiko-Wirkungsgrad zu untersuchen.
Dieses Vorgehen erfolgt systematisch entlang der unternehmerischen Wertschöpfungskette,
den Geschäftsprozessen :
Beschaffung, Produktion, Vertrieb, Finanzen, Personal, Informations-Technologie,
Stabs- und Verwaltungsabteilungen.
Bei Unternehmen mit überwiegender Projektstruktur empfiehlt es sich,
die Vorgehensweise entlang der einzelnen Projektschritte zu definieren:
Marketing/Akquisition, Auftragsannahme, Bestellung, Produktion/Dienstleistung,
Abnahme, Verwaltung (einschl. Finanzen, IT, PE).
Hierzu werden strukturierte Fragebögen (die sicherlich hinsichtlich
des Detaillierungsgrades von Unternehmen zu Unternehmen variieren) in
den einzelnen operativen Bereichen bzw. den Geschäftsprozessen verwendet.
Die Fragebögen werden idealerweise analog den bestehenden Unternehmensprozessen
gegliedert. Dadurch werden Auswertungen (Risikoanalyse und Risikobewertung)erleichtert
und ein geordneter Überblick der identifizierten Einzelrisiken erreicht.
In den Unternehmenseinheiten werden die Befragungen mit den im Prozess
involvierten Personen und unter Einbeziehung der Verantwortlichen durchgeführt.
Wichtig ist eine absolut offene Mitarbeiter-Kommunikation durch alle Hierarchieebenen.
Gerade dadurch werden bisher nicht wahrgenommene Risiken in den Prozessen
aufgedeckt und führen gegebenenfalls bereits im Vorfeld zu Lösungsansätzen
Hinweis:
Es muss jedem Mitarbeiter möglich sein, offen über individuell
wahrgenommene Schwachstellen und damit verbundene Risiken zu berichten.
Fragebogen als Popup wenn der Link unten aktiviert wird
Als Beispiel hier der Bereich "Beschaffung":
Besteht eine Lieferantenabhängigkeit?
Unterliegen die Beschaffungsmärkte Preis- / Währungsschwankungen?
Unterliegen die Beschaffungsmärkte saisonalen Einflüssen?
Sind die Beschaffungsmärkte ausreichend gesichert?
Ist ein häufiger Lieferantenwechsel erforderlich?
Stehen die Komponenten / Leistungen im Wettbewerb mit Substituten?
Unterliegen die Komponenten dem technischen Wandel?
Sind die Komponenten von Trends abhängig?
Unterliegen die Komponenten einem häufigen Modellwechsel?
Gibt es häufig Lieferengpässe?
Sind die Transportwege gesichert?
Unterliegen die Komponenten / Leistungen einer hohen Reklamationsquote?
Können Haftungsansprüche aus den Komponenten / Leistungen
hergeleitet werden?
Wird das Konkurrenzverhalten permanent beobachtet? |
Bei der Entwicklung der Fragebögen lassen sich zusätzlich zu
den spezifischen Risiken wiederkehrende Risikokategorien als Aggregat
der Einzelrisiken definieren.
Grafik Risikokategorien
>>
Bezogen auf Ihre Unternehmensbereiche könnten sich beispielsweise
die nachstehenden Risikokategorien als wiederkehrend herauskristallisieren:
Grafik wiederkehrende
Risikokategorien >>
Ausgewählte Risikobereiche
...Unternehmensübergreifende Risiken
Zu Beginn der Analyse sollten Sie die unternehmensübergreifenden
Risiken betrachten. Diese resultieren aus gesetzlichen und regulatorischen
Auflagen (Aufsichtsbehörden), wie auch aus den allgemein im Geschäftsverkehr
geschlossenen Verträgen (Rechtsrisiken bei AGB, Service Level Agreements).
Danach sind von ihnen Risiken der Organisationsstruktur einschließlich
der zugehörigen Funktionen und Kompetenzen zu analysieren.
Dabei müssen sie immer das gesamte Unternehmen in seinem Organisationsaufbau
und seinen Strukturen betrachten.
Ein wichtiger Punkt ist die Prüfung von Funktionsüberschneidungen,
welche oft Potentiale zu Kosteneinsparungen und effizienterem Berichtswesen
beinhalten.
Doppelfunktionen bilden sich vor allem in dezentral strukturierten Unternehmen.
Diese sind auf Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit zu prüfen,
anzupassen und neu zu definieren. Hierzu eignen sich Organigramme und
eindeutig formulierte (kurze) Richtlinien für
- Verantwortungsbereiche und Kompetenzen,
- Berichts- und Meldewesen,
- Kontrollfunktionen.
Das Ergebnis muss zu einer klaren, eindeutigen Regelung von überschneidungsfreien
Zuständigkeiten und durchgängigen Abläufen in den einzelnen
Unternehmensbereichen führen. Diese sind verbindlich zu dokumentieren.
Neben den "internen" Strukturen und Abläufen sind die externen
Risikofelder in die Risikobetrachtung einzubeziehen.
Sie stehen in Zusammenhang mit örtlichen, gesetzlichen und versicherungsvertraglichen
Auflagen.
- Brandschutz,
- Gebäudesicherheit,
- Unfallschutzauflagen,
- Umweltschutz,
- Produkthaftung,
- sowie arbeitsrechtliche Bestimmungen
... Prozessrisiken
Zur Identifizierung der Prozessrisiken eignet sich die "Risk Flow
Analyse". Hierbei werden alle im Prozess eingebunden Mitarbeiter
und Verantwortlichen anhand der zuvor erwähnten Fragebögen interviewt.
Dadurch verschaffen sie sich schnell einen Überblick über mögliche
Risiken in den Geschäftsabläufen und können fehlende Risikokontroll-
und Steuerungsmaßnahmen erkennen.
Ausgangspunkt sind die Basisprozesse des Unternehmens. Ziel ist es einzelne
Prozesse von ihrem Ursprung bis zu ihrem Ende durchgängig zu analysieren.
Hinweis:
In der Prozessanalyse ist die eingesetzte Informationstechnologie als
reines "Werkzeug" zu betrachten. Jeder Prozess sollte unter
Ausklammerung der IT Anwendungen gedanklich auf den reinen manuellen Ablauf
zurückgeführt und analysiert werden.
Die im Prozess integrierten "Werkzeuge" (IT:Tools) sind
in sich auf Risiken zu untersuchen und danach im Gesamtprozess zu beurteilen.
Erkannte Schwachpunkte in den eingesetzten IT Applikationen, wie fehlende
systemseitige Kontrollen, können durch zu implementierende nachgelagerte
Kontrollmechanismen im Gesamtprozess das Risiko minimieren (Risk Flow).
An dieser Stelle muss ausdrücklich betont werden, dass es die Mitarbeiter
und Verantwortlichen sind, welche das umfassendste Wissen über die
Prozesse haben. Sie sind es auch, die den Risikomanagementprozess umzusetzen
haben.
Häufig wird die Erfahrung gemacht, dass diese über Kenntnisse
von "Schwachstellen" und evtl. "Lösungen"
verfügen und möglicherweise bereits Vorschläge zur Risikominimierung
unterbreitet haben - ohne dass diese umgesetzt wurden. Eine Ursache hierfür
ist die oftmals unzureichende interne Kommunikation von "unten"
nach "oben". Auch sie sollte einer kritischen Betrachtung
unterzogen werden.
Basisprozesse führen zu Subprozessen, diese wiederum zu noch kleineren
Prozessketten bis hin zur Tätigkeits-/Aufgabenbeschreibung.
Graphik Prozessketten
>>
Nicht übersehen werden sollte, dass die Wirkung des Prozessrisikos
um so höher einzuschätzen ist je früher es im Prozessverlauf
entsteht. Es zeigt generell einen abnehmenden Wirkungsgrad je näher
das Ende des Prozess erreicht wird.
Beachten Sie, dass bei der Risikoanalyse insgesamt der Blick auf den Gesamtprozess
beibehalten wird. Bei der Risikoanalyse sind von Ihnen die implementierten
Kontrollmechanismen (IT oder manuell) innerhalb der Prozesse zu bewerten.
Ziel muss es sein, Fehlerquoten auszuschließen oder zumindest einzuschränken.
Ferner müssen Sie die Prozesse dahingehend untersuchen, ob sie den
rechtlichen Rahmenbedingungen gerecht werden. Dieses gilt besonders bei
unternehmensübergreifenden Abläufen, die Niederlassungen, ausgelagerte
Einheiten oder Beteiligungen einbeziehen. Hier sei auf Beschränkungen
beim Datenschutz, den "Zugriffsrechten" der im Prozess involvierten
Mitarbeiter sowie den grenzüberschreitenden Datenaustausch zwischen
einzelnen Ländern verwiesen.
Nicht zu unterschätzen ist die gegenseitige Abhängigkeit von
Informationstechnologie (IT) und den Geschäftsprozessen.
Veränderungen im Prozess ziehen Veränderungen in der Informationstechnologie
nach sich und umgekehrt. Risiken wirken in beide Richtungen. Daher sollten
Sie die IT grundsätzlich entlang des Gesamtprozesses betrachten.
Sie sollten darauf achten, dass das Risiko des Gesamtprozesses (Risk Flow
Analyse) identifiziert und bewertet wird. Dazu untersuchen Sie zwar auf
der untersten Ebene die Prozessschritte, fassen aber sinnvoller Weise
die Risikoerhebung in Risikokategorien zusammen.
Hinweis:
Ablaufprozesse werden durch den Einsatz von moderner Informationstechnologie
augenscheinlich zwar vereinfacht und "erleichtert". Solche
automatisierten Prozesse werden aber gleichzeitig wesentlich komplexer.
Die daraus resultierenden zusätzlichen Risiken gilt es gesondert
zu betrachten.
... Risiken der Informations-Technologie
Ein nicht zu unterschätzender Bestandteil der innerbetrieblichen
Prozesse ist die eingesetzte Informations-Technologie (IT).
Die relevanten Risikofelder in diesem Bereich sind in drei Gruppen zu
sehen:
- der Organisation,
- der Infrastruktur,
- und den Prozessen.
Die Risiken finden ihre Ausprägung
- im Verlust und/oder Manipulation von Daten,
- in der Nichtverfügbarkeit der Systeme und Anwendungen
- in der zu späten Bereitstellung wichtiger Daten
- in einer fehlenden künftigen Weiterentwicklungsfähigkeit
der Systeme.
Im organisatorischen Bereich liegen die Risiken vor allem in
- nicht klar und eindeutig geregelten Zugriffsberechtigungen auf Systeme
und Anwendungen mit der Gefahr des unberechtigten Zugriffs auf hoch
sensible Daten oder deren Manipulation,
- unzureichender Ausrichtung der Anwendungen entlang wichtigen Geschäftsprozesse,
oft in Form fehlender technischer Schnittstellen ("interfaces")
- fehlender Fachkompetenz der Mitarbeiter oder der Fachkompetenz an
falscher Stelle, was häufig zu Verarbeitungsfehlern oder Systemabstürzen
führen kann,
- personellen Risiken, weil technische Kompetenzen auf wenige Mitarbeiter
oder Abteilungen konzentriert sind ("Schlüsselwissen"),
was bei Ausfällen zu Engpässen oder Betriebsunterbrechungen
führen kann.
Die Infrastruktur der IT bezieht sich auf die Hardware und alle physischen
Sicherungsmaßnahmen der Systeme im Bereich der technischen Infrastruktur
(Energieversorgung, Klima, Zutritt zum Rechenzentrum etc.).Diese müssen
jederzeit stabil zur Verfügung stehen.
Risiken ergeben sich aus
- der Hardware, wenn diese aufgrund fehlender Neuinvestitionen nicht
mehr dem neuesten Stand entspricht und damit nicht mehr weiterentwicklungsfähig
ist,
- dem Einsatz nicht kompatibler Systeme verschiedener Hersteller,
- der limitierten Leistungsfähigkeit der Systeme, wenn die Verarbeitung
des Datenmaterials an ihre Grenze stößt und es dadurch zu
Behinderungen im Tagesgeschäft kommt,
- den fehlenden physischen Sicherungen der Server und Rechner, wenn
diese nicht entsprechend gegen Feuer, Wassereinbruch und Temperaturschwankungen
geschützt sind und der Zugang keinem geregelten Verfahren unterliegt,
- Ungesicherten Zugriffen von "außen" (Internetanbindungen).
Organisatorische und infrastrukturelle Risiken werden vielfach durch
Risiken in den Prozessen verstärkt, wenn veraltete Softwareanwendungen
oder "Insellösungen" genutzt werden.
- Notwendige Dateninformationen stehen oftmals nicht rechtzeitig zur
Verfügung
- Altanwendungen können nicht mehr optimal angepasst werden,
- Schnittstellen (Interfaces) bergen die Gefahr Daten nicht korrekt
zu übertragen.
- Unterschiedliche Systeme lassen sich oftmals nicht "verbinden"
oder es ist nur mit einem enormen Kostenaufwand verbunden, der sich
betriebswirtschaftlich nicht rechnet.
Hinweis:
Mit der kommunikationstechnischen Vernetzung ist ein schwer einschätzbares
Risikopotenzial entstanden, insbesondere durch kriminellen Missbrauch
Wie schützt man interne Firmennetzwerke vor unerwünschten Zugriffen
aus dem Internet?
Auch wenn keine hundertprozentige Sicherheit gewährleistet werden
kann, so bieten unternehmensübergreifende "Firewall"-Konzepte
hochgradigen Schutz an.
Beachten Sie,
- alle eingesetzten Sicherheitsvorkehrungen aufeinander abgestimmt sind
und miteinander "zusammenspielen",
- nur integrierte Sicherheitslösungen einen ganzheitlichen Schutz
vor "Angriffen" von außen und innen bieten. Zu flankieren
ist dieser technische Schutz mit einem auf das gesamte Unternehmen abgestimmten
organisatorischen Sicherheitskonzept, welches alle Mitarbeiter aktiv
einbezieht,
- die meisten Risiken und Schäden auf die Nachlässigkeit im
Umgang mit der Informationstechnologie zurückzuführen sind.
... Finanzrisiken
Zu den Finanzrisiken zählen Ereignisse die direkte Auswirkungen
auf die Vermögens-,Finanz- oder Ertragslage haben.
Vermögens- und Finanzrisiken können z.B. bei Zins- oder Währungsveränderungen
der Finanzanlagen oder Verbindlichkeiten entstehen. Des Weiteren können
z.B. Ausfallrisiken von Forderungen bestehen.
Auswirkungen auf die Ertragslage werden z.B. durch außerordentliche
Abschreibungen oder Wertberichtigungen verursacht, die aufgrund einer
Neubewertung der Vermögensgegenstände notwendig sind.
Die verschiedenen Zahlungsströme und -termine können zu einem
Liquiditätsrisiko führen, d.h. zur Zahlungsunfähigkeit
zu einem bestimmten Zeitpunkt oder innerhalb eines bestimmten Zeitraumes,
wenn Sie nicht aktiv gesteuert werden. Des Weiteren sind frühzeitig
die Möglichkeiten zu klären, ob Liquiditätsengpässe
für den festgestellten Zeitraum durch Fremdfinanzierung (Banken oder
Kapitalmarkt) oder Eigenmittelfinanzierung (Gesellschafter, Anteilseigner)
zu decken sind.
Diese finanziellen Risiken haben je nach Ausprägung einen besonderen
Stellenwert, da im Falle von Illiquidität oder Überschuldung
eine Insolvenz vorliegt.
Allerdings ist auch der Finanzbereich unter operativen Risikogesichtspunkten
zu betrachten. Das nachstehende Schaubild gibt Ihnen einen Überblick,
anzuwendender Risikokategorien. Entsprechend darauf aufbauend können
die erforderlichen Fragebögen entwickelt werden.
Grafik Finanzrisiken
>>
Risikoanalyse
Risikoursachen und -auswirkungen sind anhand der identifizierten
Einzelrisiken in ihrem gesamten Ausmaß für das Unternehmen
zu ermitteln. Dies geschieht entweder durch objektive Einstufungen oder
auf Basis von Schätzungen. Hierbei sollte auf Erfahrungswerte der
Vergangenheit zurückgegriffen, daraus die Wahrscheinlichkeit eines
künftigen Eintritts ermittelt und in einer Skala erfasst und dokumentiert
werden.
Beispielsweise:
höchst wahrscheinlich
6 %
sehr wahrscheinlich 5 %
wahrscheinlich 4 %
möglich 3 %
unwahrscheinlich 2 %
fast unmöglich 1 %
Risikobewertung
Bei der Risikobewertung sollten Sie sinnvoller weise die identifizierten
Einzelrisiken zu Risikokategorien aggregieren und deren Risikopotenzial
für die einzelnen Unternehmensbereiche und anschließend für
das gesamte Unternehmen ermitteln.
... Operative Risiken
Hinweis:
Operative Risiken sind nur schwer monetär zu messen.
Daher ist es ratsam die Bewertung zunächst anhand von Erfahrungswerten
vorzunehmen und darauf aufbauend zuverlässige Meßmethoden zu
entwickeln.
Sie erreichen eine relative Objektivität in der Bewertung, wenn Sie
mit Verantwortlichen ihres Unternehmens das Ausmaß der entstandenen
Schäden und Auswirkungen gemeinsam ermitteln und schätzen (vergangene
Produktionsstillstandszeiten, Prozessunterbrechungen, Systemausfallzeiten,
Ausschussquoten, Fehlerquoten, eingetretene Versicherungsfälle etc).
Diese Schätzungen koppeln Sie zusätzlich an finanzielle Parameter,
wie z.B. Verluste im Finanzbereich, durch Produktionsausfall, Konventionalstrafen,
Verlust von Absatzmärkten / Kundengruppen und die daraus resultierenden
Ausfälle.
Anschließend ist eine Zuordnung vorzunehmen.
Beispielsweise:
- kritisch 6 über €
- sehr hoch 5 bis €
- hoch 4 bis €
- mittel 3 bis €
- gering 2 bis €
- unbedeutend 1 bis €
Die Skalierung wurde bewusst nach dem Schulnotenprinzip gewählt:
- ·Schulnoten sind aus eigenen Erfahrungen hinreichend bekannt
und erleichtern eine Zuordnung
- eine "gerade" Skalierung zwingt zu einer definitiven Entscheidung
und lässt im Gegensatz zu einer "ungeraden" Skalierung
eine "Mittelpunktbildung" nicht zu.
- Eine "gerade" Skalierung ist darüber hinaus geeignet
Risiken in zwei weitere Gruppen zu unterteilen:
1-3 = gerade noch akzeptabel (bis 3).
4-6 = Handlungsbedarf ist angebracht (ab 4. Stufe).
Operatives Risiko "Geld adäquat messen"
Ziel ist es, das operative Risiko in einer einzigen Zahl darzustellen.
Derzeit sind viele Ansätze in der Entwicklung, unter anderem der Ansatz
eines Value-at-Risk
für operationale Risiken (VaR Ops).
Mathematisch stellt dieser Ansatz kein Problem dar. Schwierigkeiten bereiten
vielmehr fehlenden Daten und Einflussgrößen, welche zugrunde
gelegt werden müssen, um ein aussagefähiges Ergebnis zu erreichen.
Ein möglicher Weg operatives Risiko "Geld adäquat"
zu erfassen und in einer Finanzgröße für das Unternehmen
darzustellen ist der Basis-Kennzahlen-Ansatz. Dieser drückt das operative
Risiko als Prozentsatz einer einzigen Kennzahl, wie zum Beispiel des Bruttoertragswertes
oder der direkten Kosten aus, ohne auf ein umfangreiches mathematisches
Formelwerk zurückgreifen zu müssen.
Verfeinert wird dies durch einen bereichsbezogenen Ansatz. Hier wird
in jedem Unternehmensbereich separat der Basis-Kennzahlen-Ansatz angewandt
und dabei das operative Risiko des jeweiligen Bereiches im Verhältnis
zum Gesamtunternehmen erfasst. Die Addition aller Bereiche ergibt dann
die gesamt zu kalkulierende geldadäquate Größe der operativen
Risiken.
Eine andere Möglichkeit das operative Risiko in absoluten Zahlen
darzustellen kann über den Risikominderungskosten-Ansatz erfolgen,
der die direkten Kosten der Risikominderung erfasst. Als Grundlage sind
die im Risikohandbuch dokumentierten Maßnahmen heranzuziehen.
Grundsätzlich ist zu empfehlen bei der Implementierung eines Risikomanagementsystems
Risiken geldadäquat zu erfassen. Dadurch kann zukünftig die
Risikoeintrittswahrscheinlichkeit und deren Schadenshöhe mittels
eines absoluten Risikomess-Ansatz mathematisch ermitteln werden. Dabei
ist es unumgänglich, eingetretene Schadensfälle als Datengrundlage
zu dokumentieren.
Risikosteuerungsmaßnahmen
Am Anfang steht die Frage: Wie risikobereit will sich das Unternehmen
aufstellen? Hiervon hängt die Entscheidung über Risikobegrenzungs-
und Risikosteuerungsmaßnahmen ab und daraus resultierend die Abwägung
von Chancen und Risiken der Maßnahmen. Ziel ist es durch ein gesundes
Verhältnis von Ertrag und Verlust (Risiko) die Risikolage des Unternehmens
positiv zu gestalten.
Es gilt abzuwägen zwischen Risiken ...
- vermeiden,
- vermindern,
- verlagern (abwälzen),
- selbst tragen.
Risiken vermeiden
Jede unternehmerische Tätigkeit ist in ihrem Ursprung risikoträchtig.
Der Begriff "vermeiden" sollte somit nicht im engeren Sinne
ausgelegt werden, zumal "vermeiden" gleichzeitig die unternehmerischen
Chancen ausschließt.
Risikovermeidung ist daher unter strategischen Aspekten zu sehen, wie
beispielsweise Ablehnung eines Großauftrages wegen der hohen Abhängigkeit
oder Einstellung eines Produktes aufgrund erhöhter Produkthaftung.
Risiken vermindern
Die Risikoverminderung zielt darauf ab, Risiken in ihren Ursprüngen
zu begegnen. Mittels Einführung von "Frühwarnindikatoren"
können bestehende und drohende Risiken rechtzeitig erkannt und begegnet
werden. Risikoverminderung wird vornehmlich durch
- personelle,
- technische und
- organisatorische Maßnahmen
erreicht.
Risiken verlagern
Im Vordergrund steht die Überlegung in wie weit das Risiko auf Andere
- Dritte - zu übertragen ist.
Dieses kann erfolgen durch
- Haftungsvereinbarungen
- Haftungsausschluss in den AGB
- Gewährleistungsregelungen
- Sicherheitsbestandsverträge
- Eigentumsvorbehalt
- Konventionalstrafen
- Leasing
- Aufkauf von Forderungen (Factoring)
- Outsourcing
- Versicherungen
Risiken selber tragen
Ausschlaggebend für den Risikoselbstbehalt ist die "Risikotragfähigkeit"
eines Unternehmens, d.h. mittels entsprechender Deckungsmasse, Risiken
selbst zu übernehmen ohne dabei das Unternehmen in eine bestandsgefährdende
Situation zu begeben. Das normale unternehmerische Risikopotenzial muss
durch die normale Gewinnspanne abgedeckt sein, andernfalls würde
sich bereits von vorn herein eine existenzgefährdende Entwicklung
abzeichnen.
Das über dem Normalmaß liegende Risikopotenzial ist durch Bildung
von Rückstellungen und stillen Reserven abzusichern. Deren Höhe
richtet sich nach dem vermutlich in Anspruch zu nehmenden Betrag.
Risiko-Controlling
Die Effizienz und der Wirkungsgrad der getroffenen Risikobegrenzungs-/-steuerungsmaßnahmen
sollte im Rahmen eines Risiko Controlling laufend überprüft
werden und dabei Risikoveränderungen aufzeigen, die wiederum zu Anpassungen
der Steuerungsmaßnahmen führen.
Risikohandbuch
Die in den Unternehmensbereichen identifizierten Risiken sind in einem
Risikohandbuch zu erfassen und die Ergebnisse der Analyse, Bewertung und
der Risikobegrenzungs- und Risikosteuerungsmaßnahmen zu dokumentieren.
Grafik Risikohandbuch
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